UniDive e.V.

Tauch- und Apnoeclub

   Tübingen

Tauchkurs 2026

NullZeit

@Niina

22.05.26

Am Freitagabend fanden sich elf naive Einstern-Anwärter:innen am Tübinger Geräteraum zusammen, um ihre lang ersehnte Tauchausfahrt anzutreten. Doch zunächst standen sie vor mehreren Herausforderungen: das halbe Inventar des UniDive Gerätekellers war in einen neunsitzigen Mercedes Sprinter Bus zu laden, dessen Kofferaum für einige der Anwesenden größer in Erinnerung geblieben war. Der Frage, wie die persönlichen Gegenstände (2,7 Taschen pro Person) unterzubringen wären, durfte zunächst nicht all zu viel mentale Kapazität gegeben werden - Hauptsache der Hummer (Kim Junior), das Maskottchen der Gruppe, fand sich rechtzeitig auf seinem Platz vor der Windschutzscheibe des Buses ein. Und, Golo sei Dank, waren der Kühlschrank und die Biertischganituren kein Thema mehr. Die logistischen Skills der BubbelBuddies sorgten schließlich für einen erfolgreichen Abschluss dieser ersten Challenge. Da dieser Text nun sowieso schon zu lang ist, berichten wir nicht von Regler-Gate, Pavillionzubehör und weiteren spontanen Spaßigkeiten.

Wie wir alles auf die Reihe bekommen haben? In NullZeit!

@Niina

Hummer delivered

23.05.26

6:47 Uhr, 1,5 h vor Sveta Marina: "@Bus: Geht ihr noch einkaufen oder brettert ihr durch?" - Die Antwort auf Martins Frage ist simpel und lautet natürlich: Wir wollen ans Meer! 
Nach einer sehr reibungslosen Fahrt (gut, das gilt nur für die Busfahrenden, während unser Begleitfahrzeug, das ein paar Stunden später losgefahren ist, ganz andere Geschichten zu berichten hat...) erreichten wir also Sveta Marina :)

 

@Martin

Den Vormittag über wurde erneut unser organisatorisches und logististisches Können gefordert: Tauchausrüstung verstauen, Pavillions aufbauen (übrigens eine astreine Teambuilding-Maßnahme…), eigene Zelte aufbauen und das Einkaufen für die kommenden drei Tage und durchschnittlich ca. 30,33 Personen - alles machbar, auch mit wenig Schlaf.

Nachmittags konnten wir dann endlich das wunderschöne, einladende, eiskalte Wasser antesten und Schnorcheln gehen. Und dieser Erkundungstrip hatte direkt einige Highlights zu bieten: Neben Seesternen, Seegurken und (sehr süßen) Schleimfischen wurde sogar eine gigantische Lungenqualle gespottet.

Nach der Tauchbasis-Einweisung stand das erste gemeinsame Abendessen an und Ida und Annika meisterten die Herausforderung, Curry für eine große Anzahl an Personen (Schätzungen ließen Werte zwischen 25 und 34 vermuten) zu kochen, grandios. 

Von Sternen, Gurken und Pferdchen

24.05.26

9:00 Uhr Briefing, 10:00 Breathing - nun hieß es endlich abtauchen. DoubleBubble in eins zu eins Betreuung. Hier braucht es bleierne Nerven - vor allem bei den Ausbildern: Allein das Ausgleichen des Auftriebs sorgte dafür, dass Kim noch vor Mittag sicher ihre 10 000 Schritte hatte.

Wir können abtauchen! - und die wunderschöne Unterwasserwelt bestaunen. Hier gibt es so viel zu entdecken: Seeigel, die sich mit Steinen und Muscheln bedecken und sich so gegen Fressfeinde tarnen, Seesterne, die mit ihren Füßchen alles im Auge behalten, die flinken Einsiedlerkrebse in ihren mobilen Häuschen, und natürlich die gigantische Seegurkenplantage. 
Nachmittags Sightseeing: Mit Start in der Hausbucht ging es rechts und links entlang der Wände nun auch ein bisschen tiefer für uns. Holzwrack, Oktopus, Drachenkopf oder Knurrhahn - hier haben die verschiedenen Buddyteams ganz Unterschiedliches entdecken können. 

Ein voller Tag mit vielen schönen Eindrücken wurde so erfolgreich zu Ende gebracht.

Buddy ohne Luft

25.05.26

Heute: Vormittags üben, nachmittags sightseeing.

Eine der wichtigsten Übungen stand heute für uns an: Das Übergeben des Hauptatemreglers an den Buddy und anschließendes Tauchen am langen Schlauch. Meistens zur Regulation der Atemluft eingesetzt, nannten wir diese Übung dennoch liebevoll 'Drill or Kill'. Damit es unter Wasser immer „gut Luft“ für alle gibt, musste uns der Ablauf der Reglerübergabe natürlich gründlich eingeprügelt werden – sowohl an Land als auch im Wasser.

Nachdem alle Buddies diese Lektion erfolgreich verinnerlicht (und ohne sich zu verschlucken überlebt) hatten, standen am Nachmittag weitere Sightseeingtauchgänge und das Verfeinern der Tarierung an.

Gesichtet wurden unter anderem Leopardenschnecken, eine Lungenqualle in Bewegung und viele schöne Fische. Nebenbei versuchten wir mehr schlecht als recht die Orientierung im Wasser zu behalten, um - wenn wir gefragt wurden - den Ausstiegsort anzeigen zu können. 
Zwei tolle Tauchgänge, viele wundervolle Tiere und einiges an Sonne - am Abend waren wir auf jeden Fall überwältigt.

Rauch und Nebel über Sveta Marina

26.05.26

Ein neuer Tag beginnt. Begleitet vom Gesang der Rauchschwalben starten wir in einen neuen Morgen. Langsam etabliert sich nach dem Morgenbriefing eine Routine im Gerät aufbauen, Neo anziehen und aufrödeln.

Der Vormittagstauchgang begann mit einer Schnorchelübung in voller Montur von Bucht zu Bucht. Neben dem unausweichlichen Bewundern der Unterwasserwelt stand auch eine Aufstiegsübung im Freiwasser (also ohen direkte Grundsicht) an. Der Versuch, austariert nach oben zu steigen, stellte uns definitiv vor eine Herausforderung. Zwar meisterten wir auch diese Aufgabe, jedoch wohl kaum mit der Eleganz der Schwalben, die man bei dem gleichen Manöver über der Hausbucht beobachten könnte.

Am Nachmittag standen zwei weitere Übungen an: die Rettungsübung und das Bojesetzen. 

Eine oskarreife Darstellung der Abläufe an Land bereitete uns bestmöglich darauf vor. Sämtliche Rollen wurden überzeugend verkörpert, die Dramaturgie stimmte und auch die Spezialeffekte konnten sich sehen lassen! Damit waren wir bestens gerüstet, die Szenarien anschließend selbst unter Wasser nachzustellen.

 

Bei der Rettungsübung geht es darum, einen bewusstlosen Taucher sicher an die Oberfläche und anschließend an Land zu bringen. Während ein Gruppenmitglied also unter Wasser den Käfer machte und reglos auf dem Rücken im Wasser waberte, übernahm das andere die Rettung. Es packte den "Verunglückten" (also den Käfer) und begann den gemeinsamen, kontrollierten Aufstieg. An der Oberfläche folgte dann der wirklich anstrengende Teil: Der bewusstlose Taucher musste schließlich noch an Land gebracht werden. Mit voller Montur einen Taucher hinter sich herzuziehen und dabei Strecke an der Wasseroberfläche zurückzulegen, ist fast noch unentspannter als es klingt – lediglich der Ohrwurm von "Don't stop believing" half einzelnen BubbleBuddies dabei, die Hoffnung auf das Erreichen des Ufers nicht zu verlieren. Unter den kritischen Blicken der Nebelkrähen kämpften wir uns zurück Richtung, während die vermeintlichen Opfer vorsorglich ein großes OK mit den Armen formten, um unbeteiligte Beobachter nicht zu beunruhigen.

Das Bojesetzen zeigte uns anschließend, wie anspruchsvoll eine an Land simpel erscheinende Aufgabe unter Wasser sein kann. Es ist erstaunlich, wie schnell die motorischen und kognitiven Fähigkeiten nachlassen, wenn gleichzeitig Tarierung, Atmung, Orientierung und die eigentliche Aufgabe Aufmerksamkeit verlangen. Nicht zuletzt deshalb, weil der Großteil unserer unerfahrenen Taucher-Gehirnkapazität schlicht darauf verwendet wird, halbwegs austariert im Wasser zu bleiben. Nichtsdestotrotz schafften es unserer Bojen schließlich an die Oberfläche – manche vielleicht etwas entschlossener, andere etwas schlapp, – während wir unten blieben. Also alles wie geplant :D

Den Abschluss dieses ereignisreichen Tages bildete ein gemeinsamer Grillabend, bei dem wir die Erlebnisse des Tages noch einmal Revue passieren lassen konnten.